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„Drei Strategien braucht es“ – Wie Unternehmen ihr Überleben in der Digitalisierung sichern

„Drei Strategien braucht es“ – Wie Unternehmen ihr Überleben in der Digitalisierung sichern

In der Zeit Online vom 13.02.2017 findet sich ein interessanter Artikel, den sich jeder mittelständische Unternehmer einmal durchlesen sollte. Einfach nur, weil er viele wichtige Informationen enthält. Nach der Lektüre von „So sichern Unternehmen ihr Überleben“ kann dann gerne dieser Artikel weiter gelesen werden. 😉

Daniel Rettig schreibt in diesem Artikel darüber, warum selbst Innovationsführer heute Gefahr laufen einfach vom Markt zu verschwinden und wie Unternehmen genau dieses Schicksal vermeiden können. Als Beispiel für ein solches innovatives Unternehmen das mehr oder weniger plötzlich vom Innovationsführer zum absoluten Verlierer wurde dient Yahoo. Yahoo wird nun schließlich und endlich aufgesplittet und umbenannt. Weg vom Fenster nach dem man lange Jahre wesentliche Innovationskraft gewesen ist.

Im Artikel wird dann weiter beleuchtet, warum Konzerne scheitern. Ich meine, viele dieser Gründe lassen sich auch auf den Mittelstand (und der interessiert mich persönlich viele eher als jeder anonyme Konzern) übertragen und sollten zur Vorsicht mahnen. Gute Arbeit und die Weiterentwicklung von Inoovationen sind nicht das, was in Zeiten des digitalen Wandels alleine helfen wird. Aber kommen wir zu den Gründen aus denen nicht nur Konzerne scheitern.

  1. Unternehmensführung und Strategen setzen auf Produkte, die der Kunde einfach nicht haben möchte.
    Kann passieren, sollte aber nicht zum scheitern eines ganzen Unternehmens führen. Mit Methoden die in der Startup-Welt angewandt werden, mit guter Planung und mutiger Umsetzung und vor allem mit der Einstellung, dass man nicht alles zu 100% fertig entwickeln muss bevor man es seinen Kunden anbietet, kann an schlimme Fehler vermeiden. Das hilft, nicht zu viel Geld zu versenken bevor man feststellt, dass eine Produktidee vllt. total innovativ und toll ist, aber von Kunden nicht angenommen wird.
  2. Talente. Wenn sie nicht bleiben, hat auch der Mittelstand ein riesen Problem.
    Talente zum Bleiben zu bewegen ist das eine. Talente die man im eigenen Unternehmen finden kann zu identifizieren ist für Mittelständler aber genau so wichtig. Besonders zu digitalen Themen schlummert oftmals extrem viel Wissen und Innovationskraft an Stellen an denen es Unternehmer nicht vermuten. Manchmal werden diese Talente rechtzeitig erkannt. Oftmals verlassen sie das Unternehmen und machen ihr eigenes Ding oder helfen dem Mitbewerber dabei, die Digitalisierung zu einem Erfolg zu machen. Schade.

Nur zwei Beispiele die dazu führen können, dass mittelständische Unternehmen ihren Status als Innovationsführer, Hidden Champion oder Weltmarktführer verlieren. Derlei gibt es noch viele. Aber hier schon wieder das Beispiel Nokias als Weltgrößtem Hersteller von Handys zu bemühen, der das erste iPhone nur müde belächelte und nichts tat, wäre dann doch zu müßig.

Was auch neu ist und sicherlich noch zu einigen sehr bösen Überraschungen im Mittelstand führen wird: Konkurrenz erwächst nicht von Seiten der üblichen Mitbewerber. Die Digitalisierung führt dazu, dass Konkurrenz und Innovation plötzlich von Seiten kommen, die man zunächst nicht ernst nimmt. Wenn man als Unternehmer merkt, dass es hier durchaus ernst zu nehmende Entwicklungen gibt, ist es vielleicht schon zu spät.

Aber welche Strategien helfen nun dabei, das Überleben des eigenen Unternehmens zu sichern und weiterhin vorne mit dabei zu sein? Da wäre zum einen die Frage nach dem heute angewandten Geschäftsmodell. Oftmals handelt es sich um ein oder zwei Geschäftsmodelle auf die mittelständische Unternehmen setzen. Das ist nicht so viel und verdient Aufmerksamkeit. Große digitale Unternehmen setzen auf vielfältige Geschäftsmodelle. Nehmen wir Amazon. Der ehemalige Buchversender hat erst sein bestehendes Geschäftsmodell erweitert und sich dann überlegt, dass es durchaus auch Sinn macht Rechenzentren zu betreiben sowie eigene Video- und Musik Streamingdienste zu etablieren. Mehr als ein Geschäftsmodell. Von den Geschäftsmodellen die man Amazon heute zuordnen kann, gibt es mit den Streamingdiensten oder der eBook-Bibliothek sogar einige die Teile des ursprünglichen Geschäftsmodells (Verkauf von Büchern, CDs und DVDs) kanibalisieren. Amazon tut dies trotzdem. Weil es besser ist selber das eigene Geschäftsmodell zu zerstören, als anderen diesen Job zu überlassen.

Eine weitere erfolgreiche Strategie könnte es sein, quasi fortlaufend innovativ zu sein. Besonders treffend gibt diese Notwendigkeit das Zitat von Andy Grove wieder: „Unternehmerischer Erfolg bereitet die Saat der eigenen Zerstörung.“ und weiter (AUFGEPASST!) „Erfolg führt zu Selbstzufriedenheit, und die führt zu Fehlern.“ Ich glaube, dass genau dies oftmals das Problem ist. Inhaber und Entscheider in mittelständischen Unternehmen sind es gewohnt, einen Status Quo zu managen. Aber nicht innovativ zu denken und ggf. aktiv daran mitzuwirken das eigene Geschäftsmodell zu zerstören und neu zu erfinden.

Mir hat mal der Inhaber eines großen mittelständischen Unternehmens gesagt, dass er gar nicht wisse was alle immer mit diesen Start Ups hätten. Deutschland habe doch mit dem Mittelstand die Innovationskraft überhaupt und der gesamte Mittelstand basiere auf Innovation. Ja. Vor 30, 40 oder 50 Jahren. Heute laufen Unternehmer Gefahr, von völlig unerwarteter Seite überholt und ausgebremst zu werden.

Also. Mein dringender Aufruf: Liebe Mittelständler. Legt los, denkt drüber nach welches Geschäftsmodell in Zukunft für euch zusätzlich das richtige sein könnte, lasst innovatives Handeln eurer Mitarbeiter nicht nur zu sondern fördert dieses, gebt Gas und seid immer auf der Hut. Der Angriff wird kommen. Wann? Keine Ahnung. Aber das er kommt ist sicher. Ob er euch überraschen wird und wie hart es euch trifft, hängt von euch ab!

About Dennis Arntjen

Als Vertriebsspezialist, Social Media Kenner und Experte des digitalen Wandels schreibt Dennis Arntjen in den Steady News jede Woche Beiträge rund um die Digitalisierung des Mittelstands. Gemeinsam mit Eva Ihnenfeldt leitet Dennis Arntjen das Unternehmernetzwerk KMU Digital. Dort ist er verantwortlich für die Mitgliederbetreuung, den Vertrieb sowie verschiedene Themen rund um die Organisation von Veranstaltungen.