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Netzwerken im digitalen Zeitalter

Netzwerken im digitalen Zeitalter

Persönliche und berufliche Netzwerke sind im Berufsleben wichtig. Jeder hat seine Netzwerke und „Netzwerkt“ mal mehr und mal weniger gut. In diesem Beitrag soll es um mehr gehen. Nämlich darum, wie Sie zielführend und nachhaltig ein Netzwerk aufbauen, dass Ihnen bei der Bewältigung beruflicher Herausforderungen hilft.

Wofür brauchen Sie ein gutes Netzwerk?

Ich beleuchte diese Frage aus der Sicht von Fach- und Führungskräften sowie Selbstständigen Unternehmern. Jeder von uns hat unterschiedliche Herausforderungen zu meistern. So unterschiedlich wie diese Herausforderungen ist auch der jeweilige Nutzen eines guten Netzwerkes. Als Spezialist in Buchhaltungsfragen suchen Sie in einem Netzwerk verstärkt nach entsprechendem Fachwissen und dem Austausch unter Gleichgesinnten. Vertriebsmitarbeiter sind immer auf der Suche nach Kooperationspartnern und Auftraggebern. Selbstständige Unternehmer sind vielleicht etwas generalistischer unterwegs und bauen Ihre Netzwerke so auf, dass möglichst viele unterschiedliche Fachbereiche abgedeckt werden. Denn Schließlich hat man als Selbstständiger jeden Tag neue Herausforderungen zu bestehen, die es erforderlich machen selber sehr breit aufgestellt zu sein und fehlendes Wissen aus dem eigenen Netzwerk zu erhalten.

Wie erkenne ich wertvolle Netzwerkpartner?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Denn dabei kommt es zum einen darauf an, welche  fachlichen „Eigenschaften“ eines Netzwerkpartners für Sie wichtig sind. Zum anderen sollten auch persönliche Dinge zumindest eine kleine Rolle spielen. Denn ein Netzwerk basiert auch auf Vertrauen zueinander. Und Vertrauen schaffe ich am ehesten dann, wenn das Bauchgefühl ein gutes ist.

Eigentlich hört sich das schrecklich an, oder? Mit diesem Blick sollen Sie ab sofort durch das Berufsleben gehen um die Suche nach wertvollen Netzwerkpartnern erfolgreich zu gestalten? Nein, natürlich nicht. Aber eine strategische Herangehensweise kann auch hier nicht schaden. Dabei geht es nicht so sehr darum, immer mit einem bestimmten Idealbild im Kopf durch die Gegend zu laufen und als Schlußfolgerung daraus zunächst jeden nach seiner fachlichen Befähigung auszufragen. Das würde auch den zweiten Punkt, nämlich die Frage nach der Sympathie, komplett unterlaufen und ihr jeweiliges Gegenüber schnell zu dem Schluss kommen lassen, dass Sie kein guter Netzwerkpartner sind.

Es spricht nichts dagegen, mit jedem Menschen zu sprechen der Ihnen begegnet. Tauschen Sie sich aktiv aus, erzählen Sie von dem was Sie tun und von Ihren Herausforderungen. Dabei wird schnell klar, ob diese Herausforderungen ähnlich gelagert sind und ob ihr Gegenüber Ihnen wertvolle Hilfe leisten kann.

Besonders wichtig: Achten Sie darauf, wie bereitwillig Ihnen Ihr Gegenüber Hilfestellung anbietet und Kontakte vermittelt. Netzwerken ist zunächst immer ein geben. Wer also bereit ist, von Anfang an viel zu geben, der qualifiziert sich als wertvoller Partner. Zumindest wesentlich eher, als diejenigen die nur Wissen und AUfträge „abgraben“ möchten.

Und wo finde ich diese selbstlosen Menschen?

Kleine Korrektur: Netzwerker sind nicht selbstlos. Gute Netzwerker wissen nur, wie wichtig es ist Vertrauen zu haben und wie wertvoll manchmal schon kleine Hilfestellungen sein können.

Im Grunde genommen finden Sie diese Menschen überall in Ihrem beruflichen Umfeld. Bei Kundenbesuchen, Gesprächen mit Lieferanten, unter Kollegen und auf vielen Veranstaltungen. Dazu müssen sie am besten selber zu diesen „selbstlosen“ gehören und aktiv auf andere zugehen. Suchen Sie einfach bei jeder Gelegenheit den Austausch, auch zu Themen die im jeweiligen Gespräch gerade nicht akut sind.

Haben Sie schon einmal Netzwerkveranstaltungen besucht? Meiner Erfahrung nach sind genau die Veranstaltungen, die den Netzwerkgedanken offensiv nach außen tragen meistens die Veranstaltungen auf denen ich mich am unwohlsten fühle. Zu oft habe ich erlebt, dass bei diesen Gelegenheiten Menschen mit einem Stapel eigener Visitenkarten in den Raum gestürmt kamen und diese erst einmal im Austausch gegen Visitenkarten anderer Gäste fröhlich verteilt haben. Ist ja auch egal, was der Mensch dem ich seine Karte abnötige eigentlich genau macht. Es wird sich schon eine Möglichkeit ergeben, Geld zu verdienen. Genau diese Veranstaltungen haben mir bisher nur sehr wenige wertvolle Kontakte gebracht.

Viel besser finde ich es, wenn Veranstalter dafür sorgen das genau diese Dinge nicht passieren. Der Rahmen muss stimmen, die Voraussetzungen dafür, Vertrauen zwischen möglichst vielen Teilnehmern zu erreichen müssen geschaffen werden und dann läuft es. Darum achte ich mittlerweile sehr genau darauf, wie eine Veranstaltung strukturiert ist. Sobald ich sehe, dass es sich um das übliche Format „Vortrag, Essen, Trinken, Netzwerken“ handelt, dann vermeide ich einen Besuch. Außer das Thema klingt gut oder die Gästeliste deutet auf interessante Menschen hin, dann überlege ich es mir noch einmal.

Halten wir fest: Augen und Ohren offen halten. Selber mehr geben als nehmen. Veranstaltungen gut auswählen. Das sind drei wesentliche Erfolgsgeheimnisse bei der Suche nach interessanten Netzwerkpartnern.

Veranstaltungen? Wie sieht eine „gute“ Netzwerkveranstaltung konkret aus?

Ich bin der Meinung, und so gestalten wir bei KMU Digital auch alle unsere Veranstaltungen, dass ein Veranstalter die Verpflichtung hat, den idealen Rahmen zu bieten. Natürlich kann das nicht immer gelingen, aber der Versuch möglichst nah an das Ideal heranzukommen sollte immer da sein!

Kompetenz und Fähigkeiten einschätzen können, Vertrauen zu meinem potentiellen Netzwerkpartner aufbauen. Das sind zwei wesentliche Punkte, die dazu führen das ein Netzwerk aus fachlich guten und in jeder Hinsicht relevanten Personen entsteht. Wir haben uns sehr oft gefragt, wie wir diese beiden Punkte erfüllen können. Wahrscheinlich haben wir auch noch nicht die Perfektion erreicht, aber das Feedback unserer Gäste ermutigt uns genau so weiter zu machen!

Unsere Veranstaltungen beginnen mit einer langen Phase des Eintreffens. Meistens kommen die ersten Gäste um 18.00 Uhr, wir beginnen aber erst um 19.00 Uhr mit der Begrüßung. In der Zwischenzeit hat jeder Zeit, in Ruhe anzukommen, das Buffet zu genießen und erste Gespräche zu führen. Der „offizielle“ Teil beginnt dann mit einer Vorstellungsrunde. Jeder Gast erhält die Gelegenheit sich und sein Unternehmen vorzustellen. Hier achten wir sehr darauf, dass diese Vorstellungsrunde nicht ausartet und das es nicht zu einer Verkaufsveranstaltung wird. Daran schließt sich ein kurzer Impulsvortrag zu einem Thema rund um den digitalen Wandel an. Dieser dient dazu, eine Grundlage für die nachfolgende Diskussion zu schaffen. Diese Diskussion ist uns sehr wichtig. Hier lernt jeder unserer Gäste die anderen wesentlich besser kennen. Welche fachliche Eignung haben die Teilnehmer? Wie ist die Meinung einzelner zu bestimmten Fragen? Mit wem möchte ich im Anschluss an die Diskussionsrunde oder Veranstaltung näher in Kontakt treten?

Die üblichen Formate bei denen es erst dann Essen gibt wenn der Redner fertig ist (Der Vortrag ist der Preis den man als Teilnehmer für Essen und Netzwerken zahlt), tauschen sich unsere Gäste schon im Vorfeld aus. Sie haben außerdem die Gelegenheit in einem „Mitmach“ Teil der Veranstaltung andere Teilnehmer kennen zu lernen und auch unkonventionelle Ideen auszutauschen.

Und das digitale?

Ja. Was ist denn jetzt mit der Überschrift dieses Artikels? EIgentlich unterscheidet sich Netzwerken im digitalen nicht so sehr vom herkömmlichen Netzwerken. Stellen Sie auch bei Facebook, Twitter, Xing oder LinkedIn sicher das Sie sich an die Grundsätze halten. Fügen Sie unbedingt jeden den Sie auf Veranstaltungen kennen lernen auch Ihren digitalen Netzwerken hinzu und teilen Sie dort interessante Informationen.

Sie sollten hier sehr methodisch vorgehen. Kategorisieren Sie Ihre Kontakte, denken Sie gut darüber nach wer welche Informationen sucht. Geben Sie anderen Hilfestellung und platzieren Sie nicht zu platt Ihre eigenen Produkte oder Dienstleistungen.

Zusammenfassung

Halten wir fest: Seien Sie selbstlos. Teilen Sie Ansichten über wichtige Themen. Stellen Sie sich nicht selber zu sehr in den Vordergrund sondern lassen Sie Ihre Kompetenz sprechen. Geben Sie immer mehr als Sie nehmen. Verraten Sie welche aktuellen Themen Ihnen durch den Kopf gehen und was Sie als Unternehmer beschäftigt. Suchen Sie den Austausch mit Gleichgesinnten.

Uns besuchen Sie Veranstaltungen die Sie dabei unterstützen mit anderen Unternehmern ins Gespräch zu kommen.

Ist eigentlicht ganz einfach, oder?

About Dennis Arntjen

Als Vertriebsspezialist, Social Media Kenner und Experte des digitalen Wandels schreibt Dennis Arntjen jede Woche Beiträge rund um die Digitalisierung des Mittelstands. Gemeinsam mit Eva Ihnenfeldt leitet Dennis Arntjen das Unternehmernetzwerk KMU Digital. Dort ist er verantwortlich für die Mitgliederbetreuung, den Vertrieb sowie verschiedene Themen rund um die Organisation von Veranstaltungen.

Kommentare (1)

  1. Pingback: Kooperationspartner finden - Steadynews |

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