Recherchetools und -möglichkeiten für den Vertrieb im Internet

Das World Wide Web bietet heutzutage schier endlose Massen an digitalisierten Informationen, die alle nur einen Mausklick entfernt scheinen. Vor allem für den Vertrieb bieten sich dadurch ungeahnte Möglichkeiten. Mit Hilfe digitaler Informationen lässt sich eine für Länder und Kunden maßgeschneiderte Vertriebsstrategie entwickeln, die dabei hilft, schneller und einfacher neue Märkte und Kundengruppen zu erschließen und den Vertriebserfolg zu steigern.

Doch trotz dieser vielversprechenden Potenziale machen Internetnutzer häufig die Erfahrung, dass dieses Überangebot an Daten das Finden relevanter Informationen nur komplizierter macht. Im Zeitalter von Fake News sowie massiver Meinungsmache und –beeinflussung, die vor allem in sozialen Medien immer häufiger vorkommt, kommt der qualifizierten Recherche von Informationen eine immer größere Bedeutung zu.

Wir wollen Ihnen im nachfolgenden Artikel aufzeigen, wie Sie das Internet als mächtiges Werkzeug zur Digitalisierung des Vertriebs nutzen und wo der Nutzen der digitalen Recherche für den Vertriebsprozess liegt. Dazu stellen wir Ihnen eine Reihe der wichtigsten Recherchetool und –möglichkeiten, die es für den Vertrieb im Internet gibt.

 

Google News

Google News ist ein unerlässliches Tool für alle Menschen, die sich einen möglichst raschen Überblick über die Nachrichtenlage zu einem bestimmten Thema oder Suchbegriff verschaffen wollen. Die Nachrichtensuchmaschine von Google gibt es bereits seit 2002 in englischer und seit 2003 in deutscher Sprache.

Die Auswahl der Nachrichtenartikel erfolgt ausschließlich automatisiert. Die Artikel werden von Google anhand von Algorithmen aus einer Vielzahl von Nachrichtenquellen ausgewählt. Der US-Suchmaschinengigant verzichtet damit auf eine journalistische Aufbereitung beziehungsweise Gewichtung der Artikel nach Faktoren wie Relevanz, Qualität oder Wahrheitsgehalt.

Wer mit Google News arbeitet, sollte deshalb berücksichtigen, dass die Nachrichtensuchmaschine nur einen begrenzten Ausschnitt aus der Nachrichtenwelt darstellt und keineswegs ein vollumfängliches Bild der gesamten Nachrichtenlage zu einem bestimmten Thema wiedergibt. Außerdem müssen die von Google News gezeigten Nachrichten nicht zwangsläufig den Suchinteressen des Nutzers entsprechen. Wer sich einen möglichst vollständigen Nachrichtenüberblick zu einem Thema verschaffen will, sollte zusätzlich die Suchfunktion von Google nutzen sowie gezielt weitere Nachrichtenquellen direkt ansteuern.

Ein gutes Feature von Google News ist, dass sich die Nachrichtensuchmaschine über eine Personalisierung auf die persönlichen Interessen und Vorlieben einstellen lässt. Dadurch wird das Suchprotokoll in Bezug auf die vom Nutzer gewählten Themenschwerpunkte verändert. Darüber hinaus lassen sich über Google News Web-Feeds abonnieren und Nachrichten auf das Mobiltelefon oder an den E-Mail Account schicken.

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Google Alerts

Google Alerts ist eine ideale Ergänzung von Google News. Wer nicht ständig die Nachrichtensuchmaschine auf der Suche nach Neuigkeiten zu verschiedensten Themen bemühen will, kann sich das Leben mit der Einrichtung sogenannter „Alerts“ erleichtern. Dadurch erhält der Nutzer jedes Mal eine E-Mail-Benachrichtigung, wenn zu einem Thema neue Ergebnisse in der Google-Suche erscheinen. So ist es ein Leichtes, die Nachrichten zu einer bestimmten Branche oder einem bestimmten Unternehmen ständig im Auge zu behalten ohne selbst aktiv danach suchen zu müssen.

Wie Google News lassen sich auch Google Alerts gemäß der eigenen Präferenzen personalisieren. Nutzer können angeben, wie häufig Sie Benachrichtigungen erhalten, welche Art von Websites angezeigt werden, welche Sprache die Alerts haben , aus welchem Teil der Welt die Informationen stammen und wie viele Ergebnisse angezeigt werden sollen.

 

Google Trends

Ein weiteres interessantes Tool für den digitalen Vertrieb ist Google Trends. Google Trends ist eine ausgezeichnete Grundlage für die Schaltung von Werbung auf Suchmaschinen und weitere Online-Marketing-Aktivitäten. Mit Hilfe von Google Trends lässt sich die Entwicklung des Suchvolumens einzelner Suchbegriff im zeitlichen Verlauf darstellen. So kann man das Interesse der Internetnutzer an bestimmten Themen, Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen feststellen und auf dieser Basis auch Prognosen ableiten. Ähnlich wie Twitter ist Google Trends somit ein guter Stimmungsindikator, welche Themen die Menschen in welcher Intensität im Zeitverlauf bewegen. Auf dieser Basis lässt sich deutlich einfacher eine speziell auf das Internet ausgerichtete Vertriebsstrategie entwickeln.

 

Google generell

Beim Recherchieren von Information im Internet führt kein Weg an Google vorbei. Mit über 90 Prozent Marktanteil in Deutschland ist Google die mit großem Abstand dominierende Suchmaschine. Doch obwohl die meisten Deutschen Google fast jeden Tag nutzen, schöpfen nur wenige Leute das volle Potenzial der Suchmaschine aus.

Viele Menschen wissen nicht, dass der Suchalgorithmus von Google versucht, die Suchergebnisse möglichst gut auf den Nutzer abzustimmen. Die Suchergebnisse von Google werden auf Grundlage verschiedener persönlicher Informationen, wie beispielsweise dem Standort und dem Suchverlauf, für den Nutzer personalisiert. Für diejenigen, die eine möglichst neutrale Recherche über ein gewisses Thema durchführen möchten, ist diese Personalisierung nicht immer hilfreich.

Wer eine nicht personalisierte Suche durchführen will, kann über eine darauf spezialisierte Website wie zum Beispiel impersonal.me gehen. Eine derartige Suche hat den Vorteil, dass zum einen die individualisierten Werbeanzeigen unterbleiben und sich zum anderen das Ranking der Suchresultate objektivieren lässt.

 

Alternative Suchmaschinen

Aufgrund der Dominanz von Google spielen sie in vielen Ländern, darunter auch Deutschland, nur eine untergeordnete Rolle, aber es gibt sie: Alternative Suchmaschinen. Wer einmal eine mit einer anderen Suchmaschine als Google gearbeitet hat, wird festgestellt haben, dass die Suchergebnisse unter Umständen sogar besser sind als beim Marktführer. Die Bandbreite der Internet-Suchmaschinen ist groß, weshalb es ratsam ist, seine eigenen Erfahrungen bei der Recherche von Informationen mit verschiedenen Suchmaschinen zu sammeln.

Wer besonderen Wert auf Datenschutz legt, sollte eine Suchmaschine wie duckduckgo.com oder ixquick.com benutzen. Die beiden Anbieter speichern keine relevanten Daten ihrer Benutzer und ermöglichen somit ein anonymes Surfen.

Eine Suchmaschine mit hohem praktischen Nutzen ist metager. Dabei handelt es sich um eine sogenannte „Meta-Suchmaschine“, die den Datenbestand zahlreicher anderer Suchmaschinen durchforstet. metager bringt eine Reihe von Vorteile in puncto Datenschutz und Bedienerfreundlichkeit mit sich. Die Meta-Suchmaschine speichert keine IPs oder Cookies und erlaubt dem Nutzer selbst die Auswahl der zu durchsuchenden Quellen.

Eine eher unbekannte, aber trotzdem interessante und hilfreiche Suchmaschine ist boardreader.com. Boardreader durchsucht Nutzerforen weltweit nach dem eingegebenen Suchbegriff. Besonders für Vertriebsmitarbeiter, die wissen wollen, was zu einem bestimmten Thema in Interforen gesagt und diskutiert wird, ist Boardreader ein sehr praktisches Werkzeug.

Und nicht zuletzt soll eine weitere spezialisierte Suchmaschine nicht unerwähnt bleiben, die für Vertriebsmitarbeiter von großem Interesse sein kann. Unter buzzsumo.com lässt sich nachverfolgen, welche Themen häufig in sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Co geteilt werden.

Buzzsumo liefert dem Vertreib eine Reihe interessanter und wertvoller Informationen. So lassen sich über die Seite Neuigkeiten und Trends in bestimmten Branchen und Produktkategorien ausmachen und mit ein wenig Gespür und Glück sogar die kommenden Viral Hits und Social Media Stars frühzeitig entdecken.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit von Buzzsumo ist die Entdeckung sogenannter „Influencer“. In vielen Branchen spielen sie in Marketing und Vertrieb bereits eine gewichtige Rolle. Vor allem bei Produkten, die sich an ein jüngeres Publikum richten, sind Influencer ein nicht zu unterschätzender Vertriebskanal.

Und nicht zuletzt ist Buzzsumo ein ausgezeichnetes Recherche-Tool für den Vertrieb, um darüber auf der Höhe zu bleiben, was in den sozialen Medien über das eigene Unternehmen und die eigenen Produkte kommuniziert wird.

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RSS-Reader

Eine ähnliche Funktion wie Google Alerts zur automatischen Bereitstellung von Nachrichten spielen sogenannte „RSS-Reader“. RSS-Reader gehören zur Gruppe der Feed-Reader. Darunter werden Computerprogramme zum Lesen sogenannter „Web-Feeds“ verstanden. Web-Feeds werden von den meisten Nachrichtenseiten, Blogs und Foren angeboten, um sich über neue Artikel und Beiträge auf dieser Website zu informieren. So bekommen Nutzer, ähnlich wie bei Google Alters, Hinweise auf Neuigkeiten ohne die Website besucht zu haben.

Einer der größten und bekanntesten RSS-Reader ist Feedly. Die Technologie von Feedly ist mit fast allen der zahllosen im Internet angebotenen RSS-Reader-Apps auf diversen Plattformen kompatibel. Feedly wird in einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Version angeboten. In der kostenfreien Variante können Nutzer maximal 100 News-Quellen abonnieren. Wer mehr Informationsquellen anzapfen will, muss auf die kostenpflichtige Variante umsteigen. Sie bringt darüber hinaus weitere Vorteile wie eine mächtige Suchfunktion, die Definition von Keyword-Alarmen und den schnelleren Abruf der Feeds mit sich.

Eine gute Alternative zu Feedly ist Inoreader. Im Unterschied zu Feedly und den meisten anderen RSS-Readern gibt es bei Inoreader sogar in der kostenfreien Variante keine Obergrenze für die maximal zu abonnierenden Feeds. Im Gegenzug für die gratis Bereitstellung der News wird jedoch Werbung eingeblendet. Wer keine Werbung haben möchte, kann auf die kostenpflichtige Version von Inoreader umsteigen. Dabei lassen sich auch Inhalte einfacher suchen und mit bestimmten Schlagworten versehen. Außerdem können in der kostenpflichtigen Version Filter eingestellt und Suchanfragen gestellt werden.

 

Social Media Kanäle

Facebook

An Facebook als Platzhirsch unter den Social Media Kanälen führt nach wie vor so gut wie kein Weg vorbei. Vertriebsmitarbeiter sollten wissen, dass sich das führende soziale Netzwerk nicht nur zum Posten von Urlaubs- und Essensfotos nutzen lässt, sondern auch ein durchaus interessantes Recherchetool darstellt.

So lassen sich über Facebook nicht nur wertvolle Informationen über Unternehmen und Personen als potenzielle Kunden gewinnen, sondern auch interessante Trends verfolgen. Heutzutage gibt es auf Facebook zu fast jedem nur erdenklichen Thema eine eigene Gruppe. Vertriebsmitarbeiter tun gut daran, die für sich und ihr Unternehmen relevanten Gruppen zu identifizieren und ihnen beizutreten. Durch die Mitgliedschaft in Facebook-Gruppen lassen sich interessante Erkenntnisse darüber gewinnen, was Menschen bei gewissen Themen bewegt und welche Probleme und Fragestellungen die Nutzer umtreiben.

 

Twitter

In Zeiten Donald Trumps, dem wohl prominentesten Nutzer, genießt Twitter eine hohe mediale Aufmerksamkeit. Im Vergleich zu Facebook und Instagram gehört der Mikroblogging-Dienst in Deutschland jedoch zu den weniger frequentierten Social-Media-Kanälen. Trotzdem ist Twitter für alle Menschen, die in Bezug auf bestimmte Personen, Themen oder Ereignisse auf dem Laufenden sein wollen, ein wichtiges Informationswerkzeug.

Die Bedeutung des Mikroblogging-Dienstes liegt in der Aktualität seiner Meldungen. Auf Twitter werden bestimmte Ereignisse oder Entwicklungen häufig vor anderen Social-Media-Kanälen verlautbart. Besonders für Vertriebsmitarbeiter dürfte es von Interesse sein, dass die Trends auf Twitter und die am häufigsten gefavten Tweets einen guten Eindruck davon geben, welche Themen die Nutzer auf der ganzen Welt bewegen. Über 300 Millionen Nutzer weltweit sorgen dafür, dass Twitter inzwischen ein recht gutes Abbild der Themen- und Meinungslage auf der ganzen Welt ist. Trotzdem sollte man sich bewusst machen, dass ein Twitter-Trend noch lange kein tiefgehendes Stimmungsbild der Bevölkerung eines Landes gibt. Wer dies sicherstellen will, sollte den Trend unbedingt mit anderen Recherchequellen verproben.

Außerdem bietet Twitter gegenüber Facebook, Google News und anderen Recherchetools den großen Vorteil, dass nicht ein Algorithmus darüber entscheidet, was der Nutzer zu sehen bekommt, sondern der Nutzer selbst die Auswahl trifft, welchen Personen beziehungsweise Nachrichten sie/er folgen will.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil von Twitter ist, dass sich über den Mikroblogging-Dienst relativ einfach die Nachrichten zu bestimmten Nischenthemen und eher unbekannten Experten finden und abonnieren lassen. Dies erleichtert es in der Regel, über Entwicklungen in gewissen Bereichen auf dem Laufenden zu bleiben. Durch das Folgen bestimmter Personen, die wiederum andere Meldungen retweeten (teilen), kommentieren oder faven (liken), erweitert sich das eigene Themenspektrum durch den Kontakt zu neuen Personen, Ideen und Themen.

Ohne einen eigenen Account kann man bei Twitter die Tweets von Personen oder zu ausgewählten Themen über die Suchfunktion lesen. Wer Twitter vollumfänglich nutzen möchte, sollte sich einen eigenen Account anlegen. Über Listen für Fachbereiche oder Personenkreise wie Politiker, Prominente oder Wissenschaftler lässt sich eine gute Übersicht schaffen.

Darüber hinaus sind die sogenannten „Hashtags“ eine große Vereinfachung der Suche. Wer Nachrichten zu einem bestimmten Themenbereich sucht, kann über die Hashtags schnell und einfach die relevantesten Tweets zu diesem Bereich finden.

 

LinkedIN

Mit über 600 Millionen Nutzern ist LinkedIN das weltweit größte sogenannte „Professional Netzwerk“ zur Anbahnung und Pflege von Geschäftskontakten. Vor diesem Hintergrund lässt sich LinkedIn hervorragend für den Vertrieb nutzen.

Seit mehreren Jahren bietet LinkedIN mit dem „Sales Navigator“ ein besonderes Tool an, das sich speziell an Vertriebsmitarbeiter richtet. Beim Sales Navigator handelt es sich um eine Premium-Mitgliedschaft, die gezielt auf den Vertrieb ausgerichtet ist und gegenüber der Premium-Mitgliedschaft von Normalkunden einige zusätzliche Funktionen bietet. Diese sollen es Vertriebsmitarbeiter erleichtern, die richtigen Interessenten zu erreichen, wichtige Einblicke zu gewinnen und bestehende sowie neue Kunden persönlich und individuell anzusprechen.

Eine besonders für Vertriebsmitarbeiter wichtige Funktion sind die Lead-Empfehlungen. Damit lassen sich die richtigen potenziellen Kunden auf Basis von Vorschlägen finden, die speziell an die Vertriebseinstellungen des Nutzers angepasst sind. Zudem können Vertriebsmitarbeiter Personen und Unternehmen speichern, die für sie von Bedeutung sind und bekommen auf der Startseite des Sales Navigators deren Updates, Erwähnungen und weitere Informationen eingeblendet. Und nicht zuletzt bietet der Sales Navigator eine erweiterte Suchfunktion mit einem größeren Funktionsumfang. Mit deren Hilfe lässt sich die Liste potenzieller Kunden leichter eingrenzen.

 

Fazit

Wie wir in unserem Artikel dargestellt haben, gibt es eine Vielzahl an mächtigen Recherchetools, die bei richtiger Anwendung dem Vertrieb außergewöhnliche Möglichkeiten bieten, Kunden und Trends besser zu verstehen, neue Kunden zu identifizieren und zu adressieren und auf dieser Basis den Vertriebserfolg zu steigern. Durch den gezielten Einsatz von Online-Recherchetools lässt sich eine maßgeschneiderte Online- und Offline-Vertriebsstrategie entwickeln. Diese ist die wichtigste Voraussetzung, um die Digitalisierung des Vertriebs zu einem vollen Erfolg zu machen.